Für Ärzt*innen und Personal
Fachkreise & Karriere

Fachkreise & Karriere

Zahlen, Daten, Fakten

In unserer Klinik werden ausschließlich Kinder und Jugendliche mit verbalen Kommunikationsstörungen behandelt. Unsere Expertise beruht auf 30 Jahren Erfahrungen in diesem besonderen Fachgebiet. Kinder und Begleitpersonen finden hier einen geschützten Ort einerseits mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen, Probleme, Sorgen und Wünsche haben und andererseits mit Fachpersonal, das interdisziplinär und professionell gemeinsam das Rehabilitationsziel-nämlich die Verbesserung der lautsprachlichen Kommunikation des Kindes-anstrebt. Dies führt zu einer ressourcenorientierten Aktivierung sprach- und beziehungsförderlicher Kompetenzen und macht Eltern indirekt zu Co-Therapeuten.

Wichtig: Voraussetzung ist eine Rehabilitationsfähigkeit des Kindes, die nach Aktenlage nach Eingang der Kostenzusage durch unsere Klinik geprüft wird. Rehabilitation fordert und fördert die Kinder; soll diese aber nicht überfordern.

Indikationen

Karriere & Stellenangebote

Fachkreise

Die Mitarbeiter*innen

Die Rehabilitationsklinik Werscherberg beschäftigt insgesamt mehr als 250 Mitarbeiter aus den verschiedensten Berufsgruppen:

  • Fachärzt*innen für Kinder- und Jugendmedizin
  • HNO- Arzt, Phoniater und Pädaudiologie
  • Audiometrist*innen
  • Krankenschwester / Kinderkrankenschwester
  • Diätassistent*innen
  • Psychologische/r Psychotherapeut*innen
  • Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen
  • Sozialpädagog*innen
  • Logopäden*innen / Hörgeschädigtenpädagog*innen
  • Ergotherapeut*innen / Heilpädagog*innen
  • Bewegungstherapeut*innen
  • Physiotherapeut*innen
  • Lehrer*innen
  • Musiktherapeut*innen
  • Erzieher*innen
  • Mitarbeiter*innen im Freiwilligen Sozialen Jahre (FSJ)

Unterstützt wird der Rehabilitationsprozess von Mitarbeiter*innen aus Verwaltung, Reinigung, Küche und technischem Dienst.

Unser Behandlungsspektrum

Indikationen

Der Mensch ist als soziales Lebewesen auf eine funktionierende Kommunikation mit Seinesgleichen angewiesen. Der Mensch hat sich mit Sprache ein Instrument geschaffen, das ihn durch seine Komplexität, mit Bild gebender Kraft und Vielfalt der Ausdrucksformen, von allen anderen sozialen Lebewesen auszeichnet.

So wichtig Sprache für den Menschen ist, so empfindlich reagiert sie auf Einflüsse, die ihre Produktion, Formung oder Reifung schädigen. Dies kann zu Kommunikationsstörungen führen, die Körper wie Seele belasten und den Menschen als Ganzes beeinträchtigen.

Oftmals ist eine Kommunikationsbeeinträchtigung mit weiteren Entwicklungsauffälligkeiten in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Lernfähigkeit und Lernverhalten und sozial-emotionale Kompetenz verbunden. Der ganzheitliche mehrdimensionale Therapieansatz in unserer Klinik berücksichtigt dies.

Die Rehabilitationsklinik Werscherberg bietet ein umfassendes Behandlungsangebot für nahezu alle Formen von Kommunikationsstörungen bei Kindern und Jugendlichen an. Derzeit nehmen wir Kinder und Jugendliche von 3 -12 Jahren mit einem allgemeinen Entwicklungsalter von mindestens 3 Jahren gemeinsam mit einer Begleitperson auf. In der Regel übernimmt die Rentenversicherung die Kosten für die Begleitperson für Kinder bis 12 Jahren, in Einzelfällen auch bis 14 Jahre.

Ziel der stationären Intensivtherapie ist die Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, die Vermeidung von Krankheitsfolgen und Chronifizierung, die Stärkung der Selbstheilungskräfte, die Unterstützung der individuellen und familiären Ressourcen und die Verbesserung der Teilhabe in der Gesellschaft.

Sprachentwicklungsstörung

Störungen in der Sprachentwicklung können in Art, Umfang und Kombination einzelner Bereiche sehr unterschiedlich sein.

Sie können folgende Bereiche betreffen:

  • Pragmatik / Kommunikation (Kontaktverhalten / Sprechfreude)
  • Sprachverständnis (Wort- und Satzverständnis)
  • Semantik – Lexikon (passiver und aktiver Wortschatz, Wortfindung)
  • Auditive Verarbeitung und Wahrnehmung (z. B. Aufmerksamkeit, Differenzierung, Merkfähigkeit, Richtungshören)
  • Morphologie / Syntax (Grammatik und Satzbau)
  • Orofacialer Bereich (Mundmotorik, orofaziale Wahrnehmung)
  • Artikulation und Phonologie (Aussprache)
    • phonetische Störung
    • phonologische Störung
    • sprechmotorische Störung
    • Sprechapraxie/verbale Entwicklungsdyspraxie
    • Dysarthriw

Ziel der Behandlung sind Verbesserungen in allen relevanten Bereichen.

Sprachentwicklungsbehinderungen

Als Sprachentwicklungsbehinderung definieren wir eine Abweichung der normalen sprachlichen Entwicklung im Zusammenhang mit Hörstörungen, Syndromen und/oder einer lang anhaltenden oder nicht behebbaren Beeinträchtigung in anderen Entwicklungsbereichen wie Motorik, Wahrnehmung, Kognition und sozial-emotionaler Kompetenz.

Wir behandeln regelmäßig Kinder mit:

  • Lippen- Kiefer- Gaumenspalte
  • DS 22q11
  • Trisomie 21
  • Prader- Willi- Syndrom

…und gelegentlich auch andere Syndrome.

Die Kinder sollten ein allgemeines Entwicklungsalter von 3 Jahren aufweisen.

Redeflussstörungen

Der Redefluss ist stark beeinträchtigt, Abschnitte fließenden Sprechens werden von Blockaden und Wiederholungen unterbrochen. Situativ können lang andauernde Blockaden die sprachliche Kommunikationsfähigkeit stark behindern.

In einzelnen Fällen kann das Sprechen von unwillkürlichen Mitbewegungen der Gesichtsmuskulatur, der Extremitäten oder auch des ganzen Körpers und/oder Veränderungen in der Sprechatmung begleitet sein.

Neben der konkreten Stottersymptomatik können sich Sprechängste und vielfältige Formen von Vermeidungs- oder Bewältigungsverhalten entwickeln. Häufig wird das kommunikative Verhalten durch das Stottern zunehmend ungünstig beeinflusst, Kontakte und Beziehungen leiden, das Lern- und Leistungsverhalten kann beeinträchtigt sein. Dem entsprechend müssen neben dem Erlernen von Sprech- und Atemtechniken auch sozial- emotionale Faktoren betrachtet und in die Therapie einbezogen werden.

Stottern
Erstes Ziel in der Behandlung des Stotterns ist die Erarbeitung einer symptomreduzierten Sprechweise: fließendes Sprechen wird unter Einbeziehung von Körper- und Atemwahrnehmung in kleinen am Erfolg orientierten Schritten erarbeitet. Mit zunehmender sprachlicher Sicherheit folgt die zeitliche und situative Ausweitung des fließenden Sprechens mit dem Ziel, alle als schwierig empfundenen Sprechanlässe im Alltag zu bewältigen.

Begleitend werden Verhaltens- und Beziehungsmuster, die die sprachliche Symptomatik auslösen und aufrechterhalten in die Wahrnehmung gerückt und damit einer möglichen Veränderung zugänglich gemacht.

Mutismus

Sprechen ist das wichtigste Mittel zum Ausdruck und zur Verständigung. Als Mutismus bezeichnet man eine Sprechhemmung oder Schweigen, obwohl es keinen organischen Befund gibt und die Sprachentwicklung nicht entsprechend auffällig ist.

Es wird von totalem (in allen Situationen schweigend) oder (s)elektivem (in ausgewählten Situationen schweigend) Mutismus gesprochen.

In der Therapie geht es nicht darum „das Schweigen zu brechen“, sondern in einem individuellen Prozess den Weg zum Ausdruck und zur sprachlichen Kommunikation zu finden.

Hörstörungen
Kindliche Hörstörungen sind meist mit Sprachentwicklungsstörungen verbunden und erfordern neben Hörtraining und Sprachtherapie spezielle Sachkenntnis im Umgang mit entsprechenden Hilfsmitteln wie Hörgeräten oder Cochlear-Implant-Geräten.

In unserer Klinik kann durch langjährige Erfahrung auf diesem Gebiet auf die Erfordernisse dieser Kinder und Jugendlichen oder auch hörbehinderter Begleitpersonen besonders eingegangen werden.

Zusätzlich zu den bei Sprachentwicklungsstörungen aufgeführten Therapieinhalten wird eine Behandlung durch einen Phoniater/ Pädaudiologen (HNO-Arzt) gewährleistet. Schwerpunkt der Rehabilitation ist bei diesen Patienten die Verbesserung der lautsprachlichen Kommunikation.

Auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS)

Indikationsbereich

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen, auch mitunter „Zentrale Hörstörung“ genannt – Kinder mit dieser Diagnose oder Verdachtsdiagnose werden vermehrt bei Kinderärzten, in HNO-Praxen, phoniatrischen Praxen und den phoniatrisch-pädaudiologischen Ambulanzen der Universitätskliniken vorgestellt. Auch die Landesbildungszentren für Hörgeschädigte befassen sich zunehmend mit diesem Problemfeld.

Hinweise auf eine AVWS liegen vor, wenn bei normalem peripheren Gehör und durchschnittlicher Intelligenz isolierte Schwierigkeiten beim Richtungshören, bei Sprachtests im Störgeräusch und bei dichotischem Hören auftreten. Weiter können Schwierigkeiten in der auditiven Diskrimination, Analyse und Merkfähigkeit bestehen.

Diese Kinder haben Probleme beim Zuhören, beim Verstehen und Wahrnehmen von auditiven Informationen, sie sind in der Schule auffällig durch “langsames“ Verstehen, durch Konzentrationsstörungen, Geräuschempfindlichkeit. Sie weisen Schwächen in der auditiven Merkfähigkeit auf und es zeigen sich möglicherweise sekundäre Komponenten einer nicht verstandenen und nicht verarbeiteten Störung: Mangel an Selbstbewusstsein, nicht ausreichendes Selbstwertgefühl, die zu allgemeinen Lern- und Leistungsstörungen führen können.

Therapie bei AVWS

Ziel der Therapie ist es, gemeinsam mit dem Kind und seinem Elternteil Wege und Möglichkeiten zu suchen, die ihm erlauben, trotz möglicher bleibender Einschränkungen ein gesundes Selbstbewusstsein aufzubauen, Defizite zu verringern oder zu kompensieren, um so Alltags- und Schulsituationen besser bewältigen zu können und damit einer weiteren Gefährdung der gesundheitlichen Entwicklung des Kindes entgegenwirken zu können.

In der Therapie gehen wir nicht davon aus, dass ein einfaches, isoliertes Training der Hörfunktion ausreichend ist, da auch andere Sinnesmodalitäten das Gesamtbild mitprägen, andererseits aber auch kompensatorisch geschult werden können.

Stimmstörungen

Die kindliche Stimme mit der notwendigen Koordination aller beteiligten Stimmorgane wird im Laufe der frühen Kindheit ausgebildet und reift in der Regel ungestört zu einer tragfähigen und „normalen“ Stimme. Jedoch ist dieser Prozess anfällig für Einflüsse wie Erkrankungen, ungünstige Vorbilder, Fehlatmung, Überlastung wie zu laut / zu viel Schreien und es kann zu Fehlfunktionen kommen.

Behandelt werden bei Kindern und Jugendlichen:

  • Stimmstörung
  • Dysphonie
  • Mutationsstörung

Von einer Stimmstörung kann man dann sprechen, wenn Kinder und Jugendliche über einen längeren Zeitraum rau, heiser oder gepresst sprechen und dann auch häufig über Missempfindungen im Hals klagen. Die Stimmtherapie beim Kind oder Jugendlichen beinhaltet dem Alter entsprechend und spielerisch Atem- und Stimmübungen und begleitend psycho-soziale Aspekte wie z. B. Beziehungsgefüge, Spannung – Entspannungsverhalten, Kontakt- und Durchsetzungsverhalten.

Was wir nicht behandeln (Kontraindikationen)

Eine Behandlung erfolgt nicht bei Erkrankungen, die nicht überwiegend der Indikation der Rehabilitationsklinik Werscherberg entsprechen, wie Störungen aus dem autistischen Formenkreis, schwere geistige Behinderung und Bettlägerigkeit. Unser Konzept setzt ein gewisses Maß an Gruppenfähigkeit und Mobilität voraus.

Das allgemeine Entwicklungsalter sollte 3 Jahre betragen. In Einzelfällen sollte telefonischer oder schriftlicher Kontakt zur Klinik aufgenommen werden.

Karriere

Arbeiten bei uns

Die Arbeit in unserer Klinik bedeutet, dass 250+ Mitarbeiter*innen gemeinsam mit 166 Rehabilitand*innen und ihren Begleitpersonen, mithilfe von 14 Therapiebausteinen, in 41 Gebäuden, 1 gemeinsames Ziel verfolgen: eine gelungene Kommunikation.

Um dieses Ziel alle 4 Wochen für jede/n einzelne/n Rehabilitand*in zu erreichen, bieten wir Raum für Austausch und Kreativität, regelmäßige Fort- und Weiterbildung, die Möglichkeit für Gesundheitssorge und Fitness sowie ein wertschätzendes Arbeitsklima und eine moderne Klinik in schöner Umgebung. Und dies ist nur eine kleine Auswahl unserer Angebote für Mitarbeiter*innen. Wenn wir Sie neugierig gemacht haben, schauen Sie gerne in unsere Stellenausschreibungen.

Karriere

Stellenbörse

Assistenzärztin*Assistenzarzt, Kinder- und Jugendärztin*arzt (m/w/d)

Sonstige Einrichtungen

Beginn 01.01.2022

Anstellung Vollzeit

Ort Bissendorf

Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*in (m/w/d)

Sonstige Einrichtungen

Beginn 01.03.2022

Anstellung Teilzeit - Vormittag, Teilzeit - Nachmittag

Ort Bissendorf

Ergotherapeut*in, Heilpädagogin*Heilpädagoge (m/w/d)

Sonstige Einrichtungen

Beginn 01.10.2021 oder früher

Anstellung Teilzeit - Vormittag, Teilzeit - Nachmittag

Ort Bissendorf

Ergotherapeut*in, Heilpädagogin*Heilpädagoge (m/w/d)

Sonstige Einrichtungen

Beginn 01.10.2021 oder früher

Anstellung Teilzeit - Vormittag, Teilzeit - Nachmittag

Ort Bissendorf

Erzieher*in (m/w/d)

Sonstige Einrichtungen

Beginn ab sofort

Anstellung Vollzeit

Ort Bissendorf

Service & andere

Bewerben Sie sich initiativ

Wir freuen uns über alle Initiativbewerbungen und suchen kontinuierlich Logopäd*innen, Kinderärzt*innen und Reinigungskräfte.